G. Klosinski, Tübingen (5. Dezember 2001) Religiösität und kindliche Entwicklung - Schutz und RisikoWelche positiven Folgen hat eine religiöse Erziehung auf Kinder und Jugendliche und welche Gefahren birgt sie? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Prof. Gunther Klosinski in seinem Vortrag "Religiösität und kindliche Entwicklung - Schutz und Risiko" in der Mittwochsreihe des Instituts für Psychosoziale Medizin.Bei Kindern sei es auffällig, so Klosinski, Leiter der Tübinger Kinder- und Jugendpsychiatrie, dass ihr individuelles Gottesbild von der Art der Erziehung abhänge. Demnach entwickelten Kinder aus einem strengen, distanzierten Elternhaus das Bild eines strafenden Gottes, während Kinder, die von ihren Eltern Wärme und Verständnis vermittelt bekämen, eher einen wohlwollenden Gott vor Augen hätten. Es sei eine Gefahr, dass bei der religiösen Erziehung ein zu starkes Gewicht auf Strafe und Verdammung gelegt werde. Kinder, die unter dem Druck stünden, immer "gut" und niemals "böse" zu sein, liefen Gefahr, Verhaltensstörungen oder Depressionen zu entwickeln und bei ihrer religiösen Entwicklung auf einer unteren Stufe stecken zu bleiben. Sekten und Pubertät
R.W. Dittmann, Hamburg (5. September 2001) Arzneimittelsicherheit in der Psychopharmakotherapie bei Kindern und JugendlichenSeit dem Lipobay-Skandal ist das Thema Arzneimittelsicherheit in aller Munde. Der schon seit Monaten geplante Vortrag des Hamburgers Prof. Ralf W. Dittmann "Arzneimittelsicherheit bei Kindern und Jugendlichen" erwies sich aus diesem Grund als unerwartet aktuell. Dittmann hielt den Vortrag im Rahmen der vom Zentrum für Psychosoziale Medizin organisierten Mittwochsreihe.Der Mediziner ging zunächst auf das Zulassungsverfahren für Medikamente ein. "Eine chemische Substanz durchläuft drei Phasen, bis sie für den Markt zugelassen wird: Grundlagenforschung, präklinische Forschung und klinische Forschung", erläuterte Dittmann. Von 10.000 erforschten Mitteln blieben auf diese Weise nur zwei übrig, die eine Zulasung erhielten. In der ersten Phase würde an bis zu 80 Probanden die Sicherheit und die richtige Dosierung des Mittels geprüft. Die zweite Phase beinhalte Tests über die Wirksamkeit des Mittels an 100 bis 300 Personen, während im Mittelpunkt der dritten Phase die Feststellung von seltenen Nebenwirkungen stehe. "Die Versuche werden an bis zu 3000 Probanden durchgeführt. Sehr seltene Nebenwirkungen, werden also nicht unbedingt erfasst", weiß Dittmann. Gerade was Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten anginge, sei man daher auf Untersuchungen nach Zulassung des Mittels angewiesen, so der Mediziner. Die Pharma-Firmen haben daher die Verpflichtung, über sämtliche Vorfälle in Zusammenhang mit dem von Ihnen hergestellten Präparat zu berichten. Placebo-Effekt
P. Riedesser, Hamburg (4. April 2001) Sprache als ein Mittel der BefreiungPsychische Traumata als Folgen von Krieg und Vertreibung seien, wie bei Erwachsenen, auch bei Kindern und Jugendlichen eine häufige Reaktion auf lebensbedrohliche Situationen.Der extreme Stress könne nicht bewältigt werden, sondern äußere sich in psychosomatischen Schäden, wie paranoiden und halluzinatorischen Symptomen. Riedesser ist Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema. Er ist Mitbegründer einer Ambulanz für Flüchtlingskinder und ihre Familien am Universitäts-Krankenhaus in Eppendorf, deren Arbeit er unter anderem vorstellte. Riedesser, der praktische Erfahrungen mit kriegstraumatisierten Kindern unter anderem bei seinen Reisen nach Mosambik und auf den Balkan sammelte, unterschied drei Kategorien möglicher Kriegserlebnisse: So könnten Kinder und Jugendliche Tod, Verletzung und Verzweiflung der Eltern als Beobachter miterleben, aber auch von Trennung, Misshandlung und Vertreibung direkt betroffen sein. Schliesslich könnten Kinder in die Rolle von Tätern gedrängt werden, indem sie als Soldaten eingesetzt würden. Zur Heilung von Kriegstraumata gebe es in unseren Breiten nur wenige kulturelle Traditionen, so Riedesser. In Mosambik dagegen würden Rituale gepflegt, die den Übergang vom Krieg in den Frieden markierten. Reinigende Waschungen und der Dialog mit den Ermordeten würden verknüpft mit der Hoffnung auf Versöhnung durch den Wiederaufbau zerstörter Dörfer. In diesem Zusammenhang betonte Riedesser die Bedeutung des Mediums Sprache bei der Aufarbeitung von Kriegserlebnissen. Auch die Behandlung von Flüchtlingskindern in der Eppendorfer Ambulanz stütze sich auf einen möglichst freien Gedankenaustausch zwischen Kindern, Eltern und Psychologen. Zunächst sei es jedoch wichtig, die individuelle Entwicklungssituation der Patienten zu bestimmen, in der Kriegsfolgen auf die Persönlichkeit eingewirkt haben. Ein Kleinkind würde eher durch die Verzweiflung der Eltern in Mitleidenschaft gezogen, während ein Schulkind schon die ganze Bedrohung der Kriegssituation erfassen könne. Auch spiele es eine große Rolle, ob Kinder von ihren Eltern getrennt worden seien. Untersuchungen hätten gezeigt, so Riedesser, dass Kinder, die in Sicherheit gebracht, aber von ihren Eltern getrennt wurden, schwerere gesundheitliche Beeinträchtigungen zeigten als Kinder, die inmitten einer Kriegssituation bei ihren Eltern gewesen seien. Die Therapie von Kriegstraumata zeige
gute Erfolge - vor allem, wenn Betroffene das Erlebte in Worte fassten:
"Wo wieder mit traumatischen Kindern gesprochen wird , da entsteht wieder
ein Stück Hoffnung, dass nicht nur Grausamkeit in der Welt existiert,
sondern auch Menschlichkeit."
C. Wiesemann, Göttingen (7. Februar 2001) Biologische Forschung mit Kindern - ethische AspekteWann kann ein Kind selbst entscheiden?Ab welchem Alter sind Kinder in der Lage, selbst zu entscheiden, ob sie als Probanden in einem Forschungsprojekt teilnehmen wollen? Wie weit dürfen Forschungen mit Kindern gehen? Müssen sie in jedem Fall einen therapeutischen Nutzen beinhalten oder ist der reine Wissenszuwachs ein ausreichendes Kriterium für die Durchführung der Forschungen? Mit den ethischen Aspekten in der biologischen Forschung mit Kindern beschäftigte sich Frau Prof. Claudia Wiesemann in ihrem Vortrag. Sie zeigte Probleme und Perspektiven der Forschung an "nicht einwilligungsfähigen Personen" auf und erläuterte die gesetzlichen Bestimmungen. Wiesemann, Professorin für Ethik und Geschichte der Medizin, unterstrich die Bedeutung der Minderjährigen, ohne die die systematische Entwicklung von Medikamenten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht möglich sei. Das deutsche Arzneimittelgesetz, das die Medikamentenforschung mit Minderjährigen nur dann zulässt, wenn "ein therapeutischer oder prophylaktischer Nutzen" für die Probanden gegeben ist, stammt aus der Zeit nach dem Zeiten Weltkrieg, womit Forschungen an Menschen, wie sie in Konzentrationslagern durchgeführt wurden, ausgeschlossen werden sollten. Unbefriedigende Situation
J. Aldenhoff, Kiel (6. September 2000) Psychobiologie der DepressionDer Allgemeinmediziner, Praktiker oder Internist ist häufig der erste Ansprechpartner des depressiven Patienten und sieht sich daher vor eine verantwortungsvolle Aufgabe gestellt. Bei einer Lebenszeitprävalenz von ca. 15% in der Gesamtbevölkerung wird die Depression, immerhin die häufigste psychische Erkrankung, heute jedoch in lediglich 50% aller Fälle richtig diagnostiziert. Nur 20% davon werden angemessen therapiert, denn die Behandlung in der Praxis gestaltet sich im allgemeinen kompliziert: Häufig wir die Diagnose "Depression" nicht akzeptiert; der aufgeklärte Patient ist zudem nicht bereit, einschränkende und unnötige Nebenwirkungen eines Medikamentes hinzunehmen und bei den oft multimorbiden Alterspatienten muß aufgrund von Komedikationen auf das Interaktionspotential eines Präparates geachtet werden.Das Seminar Depression berichtet in einer Reihe von Beiträgen von den neuesten Erkenntnissen über Epidemiologie und Genese der Depression, stellt aktuelle Studien über Interaktionen von Antidepressiva vor und zeigt anhand von Fallbeispielen die Besonderheiten im Umgang mt depressiven Patienten in der Praxis. (Abtstract J. Aldenhoff, Psychobiologie
der Depression - ein Update. Nervenheilkunde 5/2000, 280-285)
Ch. Eggers,Essen (7. Juni 2000) Schizophrenie im Kindes- und Jugendalter und ihr weiterer VerlaufDie Schizophrenie ist eine ernste seelische Erkrankung mit einem hohen Risiko der Chronifizierung. Nur bei etwa einem Viertel der Betroffenen kann mit einer völligen Ausheilung gerechnet werden. Das lebenslange Risiko, an einer Schizophrenia zu erkranken, liegt bei etwas unter 1 % bezogen auf die Allgemeinbevölkerung. Schizophrene Psychosen, die bereits im Kindesalter auftreten1 sind dagegen extrem selten: Die Prävalenz liegt hier bei 0.14 zu 1000. Infolgedessen gibt es auch nur sehr wenige Verlaufsstudien von schizophrenen Psychosen mit Beginn im Kindesalter, und der Beobachtungszeitraum ist relativ kurz, er liegt meistens nur zwischen 1 und 5 Jahren. Insofern sind die Erkenntnisse über den Langzeitverlauf von früh beginnenden Psychosen noch sehr spärlich.Berichtet wurden die Ergebnisse einer
Langzeitstudie von insgesamt 44 Patienten, die im Alter zwischen 7 und
14 Jahren an einer Schizophrenie erkrankt waren und die nach einer durchschnittlichen
Krankheitsdauer von 42 Jahren zum zweiten Mal nachuntersucht worden sind.
Untersuchungsbefunde bei Patienten mit solch frühem Krankheitsbeginn,
die sich auf eine zweimalige persönliche Nachuntersuchung durch denselben
Untersucher und über eine so lange Zeitperiode hinweg stützen,
sind weltweit einmalig. Ein erstaunliches Ergebnis ist, dass selbst nach
durchschnittlicher Krankheitsdauer von 42 Jahren - das längste Zeitintervall
zwischen Krankheitsbeginn und zweiter Nachuntersuchung betrug 68 Jahre
- die Quote der Vollheilungen bei 25 % liegt. Die Prognose der Frühschizophrenie
ist damit nicht ungünstiger als bei Krankheitsausbruch erst im Erwachsenenalter.
Allerdings sind die Heilungsaussichten bei Beginn vor dem 11. Lebensjahr
bis auf wenige Ausnahmen ungünstig. Eindrucksvoll war die große
Vielfalt der klinischen Verläufe, die unterschiedliche und wechselvolle
Symptomatologie während der verschiedenen Krankheitsperioden und die
Tatsache, dass es bei einigen Patienten zu erstaunlichen Aufwärtsentwicklungen
im Spätverlauf gekommen ist. Einige Patienten haben sich allerdings
im Vergleich zur ersten Nachuntersuchung, die durchschnittlich 15 Jahre
nach Krankheitsausbruch, Ende der 60er Jahre stattfand, verschlechtert.
48 % der Patienten leben in Partnerschaft oder sind verheiratet. 60,5 %
leben zu Hause, 23 % in einer Wohngruppe oder Wohnheim. 16 % sind in klinischen
Institutionen untergebracht. 33 % sind nicht in der Lage zu arbeiten. Zahlreiche
Patienten zeigten schon Jahre vor Ausbruch der Psychose, vor allem bei
sehr frühem Beginn (10 Jahre oder früher), nicht-psychiotische
Wesens- und Verhaltensauffälligkeiten, z. B. sozialer Rückzug,
Eigenbrötelei, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Empfindsamkeit,
Depressionen, Mißtrauen, unmotiviertes agressives Verhalten. Das
wirft kritisch die Frage nach einer Früherkennung und eventuellen
Frühbehandlung auf.
K.-J. Neumärker,Berlin (1. Dezember 1999) Körperschemastörungen in der Kinder- und JugendpsychiatrieDer Begriff Körperschemastörung erfährt auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine breite und z. T. undifferenzierte Anwendung. Ausgehend von der erstmaligen Beschreibung durch A. Pick 1908 über Störungen der Orientierung am eigenen Körper haben H. Head und G. Holmes 1911 das Konzept des Körperschemas aufgegriffen und vornehmlich unter neurologischen Aspekten weiterentwickelt. Das Körperschema galt als Oberbegriff für bizarre Körper-wahrnehmungen bei Patienten mit Gehirnläsionen. Die Autoren sprachen von "postural scheme" als Bezugsrahmen für die Körperwahrnehmung, bezogen auf die räumliche Orientierung und Haltung. Von psychiatrischer Seite haben u. a. C. Wernicke 1900 vom "Bewußtsein der eigenen Körperlichkeit" oder K. Jaspers 1913 vom "Leibbewußtsein ... als einzigartige Stellung des eigenen Körpers ..., der allein gleichzeitig von innen empfunden und von außen wahrgenommen werden kann" gesprochen. Mit der 1923 von P. Schilder gegebenen Beschreibung des Körperschemas als "das Raumbild, das jeder von sich selber hat", wurde zugleich auch der als Synonym geltende Begriff des "body image" in die Literatur eingeführt. Dabei muss betont werden, dass Schilder vom Körperschema als der Lehre vom Bewusstsein des eigenen Körpers ausging und nicht für den Begriff des Körperbildes steht. In der Folge wurde der Terminus des Körperschemas ebenso übernommen wie auch kritisiert oder erweitert definiert. So von K. Poeck (1965) als "die komplexe Funktion ..., die eine Orientierung am eigenen Körper ermöglicht und in der die verschiedenen sensiblen und sensorischen Afferenzen zusammengefasst und motorischen Akten dienstbar gemacht werden".Die Konfusion in der Terminologie wird deutlich, wenn von Körperschema, Körperbild, Körperwahrnehmung, Körpereinstellung, Körpererleben, Körperselbst oder Körperbewusstsein gesprochen wird und man entsprechende englischsprachige Formen wie Body scheme, Body image, Body orientation, Body concept oder Body identity vorfindet. In der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachliteratur einschließlich der entwicklungspsychopathologischen Beiträge finden sich überraschend wenig zusammenhängende Angaben. Die Ausbildung des Körperschemas ist alters- und entwicklungsabhängig: Sie umfasst den sensorischen, präoperativen und operationalen Bereich. Kinder im Alter von 4 Jahren sind in der Lage, die Teile des Kopfes, Gesichtes, Rumpfes und der Extremitäten zu benennen. Ab 7. Lebensjahr gelingt die Rechts-Links-Orientierung am eigenen Körper, die übrigen Körperteile werden umfassend identifiziert. Ab 9. Lebensjahr können die Aufgaben auch an Objekten realisiert werden. Zweckorientiert kann derzeit von zwei
Bezugspaaren
Auf diesen unterschiedlichen Entwicklungsschritten und Ebenen können durch Anlage, endogene oder exogene Einflüsse Störungen eintreten. Am geläufigsten ist der von H. Bruch 1962 beschriebene Zusammenhang zwischen Körperschemastörung und Anorexia nervosa. Die Körperschemastörung gilt heute in der Essstörungsforschung und Klinik als Prädiktor für das Katamneseergebnis. Da die jugendlichen Patienten mit einer Essstörung aber eher ihren Körper anders wahrnehmen als er in der Realität ist, wird auf das Bezugspaar Körperwahrnehmung - Körperschema hingewiesen. Störungen in diesem Bereich finden sich auch bei anderen kinder- und jugendneuropsychiatrischen Störungen und Erkrankungen: so die leibhypochondrischen Störungen bei endogenen Psychosen (z. B. Hebephrenie), bei depressiven Störungen, drogeninduzierten Psychosen, Partialanfällen mit psychosensorischer und affektiver Symptomatik, Migräne, beim "Alice in Wunderland"-Syndrom (AIWS) oder beim 1930 von J. Gerstmann beschriebenen Syndrom: Fingeragnosie, Rechts-Links-Störung, Agraphie, Akalkulie speziell dem bei Kindern beobachteten "Developmental Gerstmann Syndrome" - DGS im Rahmen der "learning disability". Es wird angenommen, dass der Parietallappen, speziell der Gyrus angularis und supramarginalis, für die Entwicklung und Zuordnung des Störungsbildes eine entscheidende neuronale Region innerhalb des Assoziationskortex darstellt. Zur Beurteilung des Körperschemas
und seiner Störungen wurden eine Reihe von Verfahren und Fragebögen
entwickelt, die der Operationalisierung und Quantifizierung des Körperschemas
und seiner Störungen dienen, u. a. der Mann-Zeichen-Test, der Body
Perception Test, Body Image Screening Scale - BISS, Fragebogen zur Körpererfahrung
Jugendlicher - FKEJ, Spiegelverzerrtechnik. Entwicklungspsychologische
und entwicklungspsychopathologische Aspekte fanden dabei kaum Berücksichtigung.
Es bedarf weiterer Untersuchungen, um das Konstrukt Körperschema -
Körperschemastörung auch unter dem Entwicklungsaspekt interdisziplinär
sowohl von Seiten der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Neuropsychologie
und Neuropädiatrie zu präzisieren und für die klinische
Anwendung zu validieren.
G. Esser,Potsdam (5. Mai 1999) Weichen in der frühen KindheitPrägt das Verhalten zwischen Mutter und Kind im frühen Säuglingsalter die spätere Entwicklung des Kindes? Über die Ergebnisse der "Mannheimer-Risikokinder-Studie", einer Langzeituntersuchung mit rund 350 Kindern, referierte der Potsdamer Professor für Klinische Psychologie/Psychotherapie Günter Esser im Hörsaal der Psychiatrischen Universitätsklinik.Gelungene Interaktion
Keine Rabenmütter
J.M. Fegert, Rostock (3. März 1999) "Beratungsbillard" statt konsequenter Hilfe"Manche Großen schmeicheln auch Kindern, um sie dann zu streicheln. Äber wenn Du das nicht magst, ist es gut, wenn Du es sagst!!!", lautet der Spruch einer Aufklärungsbroschüre über Kindesmißbrauch. Daß es aber mit dem "Sagen" nicht so einfach ist und damit nicht alle Probleme gelöst sind, sondern viele erst beginnen, wußte Prof. Jörg Michael Fegert, Direktor des Zentrums für Nervenheilkunde Rostock, zu berichten.Fegert sprach im Rahmen der Mittwochsreihe des Zentrums Psychosoziale Medizin. Er stelle eine Studie vor, die sich mit dem "Institutionellen und individuellem Umgang mit sexuellem Mißbrauch an Kindern in Deutschland befaßt. Die Studie umfaßt einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren und ist in Zusammenarbeit je zweier psychiatrischer Kliniken und juristischen Lehrstühle in Köln und Berlin entstanden. Mißtrauen und Unsicherheit
Es kommt zu einem regelrechten "Beratungsbillard", die Kinder würden von einer Instanz zur nächsten gereicht, es gäbe ein Hin-und-Her. Dies koste viel Zeit: Durchschnittlich zwei Jahre dauert es in Deutschland, bis es zur Verurteilung des Täters kommt. Ein Zeitraum, der aus der Sicht eines Achtjährigen nicht zu überschauen ist. Die Fehler der Erwachsenen blieben
den Jugendlichen nicht verborgen, sagt Fegert. Verzögerungen und Fehler
führten zu weiteren Belastungen der Jugendlichen Opfer. Verbesserungsvorschläge
fielen ihnen schnell ein: ein: ein schnelles Verfahren, und daß die
Erwachsenen ihnen erklärten, was auf sie zukommt. Dazu eine angenehmere
Atmosphäre und freundlichere Menschen. "Sozial kompetent", in der
Sprache der Großen.
B. Blanz, Jena (2. Dezember 1998) Home TreatmentKann Behandlung im häuslichen Milieu die stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychiatrischen Störungen ersetzen? Diese Frage stellte sich Prof. Bernhard Blanz aus Jena im Rahmen der Mittwochsreihe des "Zentrum Psychologische Medizin" der Universität. Blanz, der an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Kinder- und Jugendpsychiatrie lehrt, ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.Beide Methoden helfen
Die stationäre Behandlung, so könne man aus den ersten Ergebnissen schließen, seit zwar überlegen, doch zeigten sich bei beiden Methoden signifikante Besserungen bei den Patienten zwischen sechs und 16 Jahren. Eventuell, so eine Anregung aus dem Fachpublikum, werde sich die Wirkung der Methode erst nach längerer Zeit zeigen. Argument: Kostengünstig
Aber keine Kürzungen
Sobald die Studie abgeschlossen sein
wird, werde er den Krankenkassen die Ergebnisse vorstellen. Dabei werde
er jedoch darauf hinweisen, betonte Blanz, daß im stationären
Bereich nicht gekürzt werden dürfe.
J.K. Buitelaar, Utrecht (2. September 1998) Children at risk: Stress während der Schwangerschaft und die spätere Entwicklung der KinderIn diesem Bereich habe er lediglich theoretische Erfahrungen, gab Prof. Jan Buitelaar freimütig zu. Diese zum Thema "Children at risk: Stress während der Schwangerschaft und die spätere Entwicklung der Kinder" trug er in einem detailreichen Vortrag im Rahmen der Mittwochsreihe Psychologische Medizin vor. "Streß in der Schwangerschaft ist ein Thema, mit dem sich schon die alten Griechen beschäftigt haben", erklärt Buitelaar, der als Jugendpsychiater und als Professor an der Universität in Utrecht arbeitet. "Aber erst heute sind wir in der Lage, einige der Hypothesen zu überprüfen." Zu diesem Zweck untersuchen Buitelaar und seine Mitarbeiter 300 Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren während und nach der Schwangerschaft. Die eine Gruppe sei dabei "normalem", die andere erhöhtem Streß ausgesetzt worden.Wachstum beeinflußt
Prof. Dr. F. Poustka (6. Mai 1998) Autismus/Ziele der Forscher - Erwartungen der BetroffenenNoch vor 20 Jahren hieß es, die Gefühlskälte der Mutter sei verantwortlich für den Autismus ihres Kindes. "Die Forscher haben für die betroffenen Familien eine befreiende Botschaft", verriet Prof. Fritz Poustka in seinem Vortrag "Autismus: Ziele der Forscher - Erwartungen der Betroffenen" in der Mittwochsreihe im Zentrum Psychologische Medizin: "Sie sind nicht schuld."Die Diagnose Autismus bezeichnet eine Persönlichkeitsstörung, die durch extreme Selbstbezogenheit gekennzeichnet ist. Der Autist lebt scheinbar abgeschlossen von seiner Außenwelt, Berührungen sind ihm meist unerträglich. Poustka, seit 1986 Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Frankfurt und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, räumte in seinem Vortrag mit überkommenen Erklärungsversuchen zur Ursache von Autismus auf. Nicht fehlende elterliche Zuneigung oder Umwelteinflüsse seien Auslöser. Die Krankheit sei eindeutig genetisch bedingt, schildert Poustka den derzeitigen Wissensstand der Forschung. "Jeder von uns hat fünf Prozent defekte Gene", erklärte Poustka. Nur falle das meist nicht auf, da eine doppelte Absicherung den Schaden ausgleiche. Bei Menschen, die vom Autismus betroffen sind, funktioniere diese Unterstützung nicht. Jungen seien weitaus häufiger vom Autismus betroffen. Auf drei bis vier autistische Jungen kommt ein autistisches Mädchen. Erstaunlich auch die Erkenntnis, daß Erkrankte beiderlei Geschlechts bei Intelligenztests in allen abgefragten Bereichen vergleichbare Werte erreichen, wobei Mädchen deutlich schlechter abschneiden als ihre männlichen Pendants. Erwiesen sei aber auch, daß das X-Chromosom, das die geschlechtliche Ausrichtung festlegt, beim Autismus keine Rolle spiele. Wie bei "Superhirn"
Lichtjahre bis zur Therapie
Prof. Dr. A. Warnke (3. Dezember 1997) Suizid und Suizidversuch im Kindes- und Jugendalter"Wir haben keinen Bock mehr zu leben", "Ich schaffe das alles nicht mehr", "Hört auf mit dem Scheiß, oder ich bringe mich um", "Andere haben es auch gemacht" - solche und ähnliche Sätze finden Psychologen immer wieder in den Abschiedsbriefen von Kindern und Jugendlichen, die Suizid (Selbstmord) verüben wollten oder begangen haben. Am Zentrum Psychologische Medizin der Georgia Augusta sprach Prof. Andreas Warnke, Würzburg, über "Suizid und Suizidversuche im Kindes- und Jugendalter".Häufigste Todesursache
Versagensängste
Ankündigung ernstnehmen
Ein Leitfaden für die Therapie
Suizidgefährdeter sollt nach Prof. Warnke unter anderem beinhalten:
"Das Ernstnehmen jeder suizidalen Handlung. Eine schnelle aktive Kontaktaufnahme.
Das Durchsprechen der Suizidalität mit dem Betroffenen und diesen
nicht alleine zu lassen mit seinen Problemen. Seine Eigenverantwortlichkeit
betonen. Akzeptierende emotionale Zuwendung." Für Warnke ist der Suizid
ein medizinisches Problem ersten Ranges. Doch Selbstmord gehöre offenbar
zum Menschsein. Trotz des An- und Abschwellens der Todesraten durch Suizid
gebe es scheinbar eine biologische Konstante, die nicht unterschritten
werde.
Prof. Dr. G. Lehmkuhl (8. Oktober 1997) Wirkfaktoren in der Psychotherapie bei Kindern und JugendlichenWie wirkt eine Behandlungsmethode, wie ist ihre Effizienz im Vergleich zu anderen Methoden einzuschätzen, für welche Kinder ist sie geeignet und wann sollte sie möglichst nicht angewandt werden? Mit diesen Fragen zur Anwendung und Entwicklung psychotherapeutischer Verfahren in der Kinder- und Jugendpsychiatrie setzte sich der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln, Prof. Gerd Lehmkuhl, auseinander. "Wirkfaktoren in der Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen" hieß sein Vortrag zum Auftakt der Mittwochsreihe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Göttingen.Lehmkuhls Beitrag machte deutlich, wie schwierig es ist, allgemeinverbindliche Aussagen zur Wirkung der verschiedenen Therapieformen zu machen. In der verfügbaren Literatur, so berichtete er, schneiden verhaltensorientierte Methoden insgesamt besser ab als tiefenpsychologische. Dies erklärte Lehmkuhl unter anderem mit den Unterschieden in der Arbeitsweise. Kürzer und daher besser überschaubar sei die Behandlungsdauer in der Verhaltenstherapie. "Man darf nicht nur nach Effektstärken sehen", plädierte der Vorsitzende des Alfred-Adler-Instituts in Aachen gegen die unreflektierte Übernahme dieser Bewertung. Abhängig von vielen Faktoren
Wichtig, weil oft abweichend vom Eindruck des behandelnden Arztes, nennt Lehmkuhl die Rückmeldung der Patienten. Ein überraschendes Beispiel gab er aus einer Gruppe von 20 Jugendlichen mit Magersucht (Anorexia nervosa): Sechs von den Patienten mit der schweren Eßstörung hätten angegeben, daß gerade die Essenreflektion in der Gruppe ihnen am meisten geholfen habe. Als generelles Fazit konnten die Hörer aus dem Vortragssaal mitnehmen, daß weiterer Forschungsbedarf besteht, um Ergebnisse aus der Wissenschaft besser für die Praxis nutzen zu können. Daß Psychotherapie grundsätzlich hilfreich ist, konnte der Kölner Professor anhand einer Studie zur Erwachsenenbehandlung zeigen. Substantielle Veränderungen
Prof. Hermann van Engeland (18. Juni 1997) Soziales Verhalten - "Noch viele Fragezeichen"Vor einem Fachpublikum hat Prof. Hermann van Engeland aus Utrecht im Rahmen der Mittwochsreihe der Kinder- und Jugendpsychiatrie Göttingen zum Thema "Untersuchungen zu biologischen Grundlagen des sozialen Verhaltens bei Kindern" gesprochen.Van Engeland stellte neueste Erkenntnisse in der Forschung vor. Der holländische Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie leitet eine Klinik bei Utrecht, in der sieben bis 12jährige Kinder mit dissozialen Störungen behandelt und getestet werden: "Wir haben das aggressive Verhalten sozusagen ins Labor geholt." Biologische Ursachen
Gestörtes Kontrollsystem
Prof. Helmut Remschmidt (17. Februar 1997) Anorexia nervosa - Dauergefahr wie bei AlkoholikerIn der Mittwochsreihe der Kinder- und Jugendpsychiatrie hat Prof. Helmut Remschmidt, Marburg, über "Untersuchungen zum Verlauf der Anorexia nervosa im Jugendalter" referiert.Anorexia nervosa ist der medizinische Name für die Pubertäts-Magersucht, die vor allem bei Mädchen zwischen dem zehnten und 25. Lebensjahr auftritt und chronisch werden kann. Von 100 Patienten, so Remschmidt, sind etwa 95 Mädchen, der Rest Jungen. Ihn habe nun die Frage interessiert, ob man aus dem Verlauf der Krankheit, den äußeren Umständen, der Therapie auf günstige oder ungünstige Prognosen schließen könne. Mit Hilfe zahlreicher Untersuchungen und statistischer Vergleiche kam er zu folgendem Ergebnis: Die Anorexia sei eine sehr schwere Erkrankung, die im Verhältnis 1:100 im Jugendalter auftrete. Sie sei gekennzeichnet durch viele Merkmale, vor allem durch massiven Gewichtsverlust. Remschmidt: "Wie bei einem Alkoholiker ist jeder ein Leben lang gefährdet, der einmal an dieser Eßstörung gelitten hat." Die Untersuchungen seiner Gruppe hätten ergeben, daß ein entscheidendes Merkmal das Gewicht sei. Je niedriger das Gewicht der Patienten zu Beginn, desto schlechter die Prognose. Ziel der Therapie müsse es zudem in jedem Fall sein, das Gewicht anzuheben - "aber nicht zu schnell". Denn auch hier habe die Statistik gezeigt, daß ein schneller Anstieg nicht günstig für eine Heilung sei. Remschmidt: "Wir brauchen Zeit, wir können nicht in 14 Tagen heilen". Als erwiesen könne auch die Tatsache betrachtet werden, daß es keine klassischen Familienverhältnisse gebe, in denen diese Krankheit auftrete. Zu beachten hätten die Therapeuten - der größte Teil der Zuhörer kam aus diesem Bereich - zudem vor allem den Zusammenhang zwischen dieser Eßstörung und Depressionen. Remschmidt gab zu bedenken: "Die Patienten mögen alle gleich aussehen, sie haben alle ein niedriges Gewicht, aber jeder von ihnen hat ein ganz individuelles Problem." Vorgeschichten und Krankheitsverläufe seien sehr unterschiedlich.
Prof. Martin H. Schmidt (14. Dezember 1996) Psychiatrie/Längsschnittstudie: Bedeutung der MutterIn der Mittwochsreihe des Zentrums für Psychologische Medizin hat Prof. Martin H. Schmidt, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters in Mannheim, zum Thema "8 + 17 = 25 - Was wir aus Längsschnittstudien über psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen lernen können" gesprochen. Solche Studien, die die Entwicklung von Menschen über mehrere Jahre hinweg verfolgen, seien bisher selten durchgeführt worden, böten aber eine Fülle neuer Erkenntnisse, sagte Prof. Aribert Rothenberger (Kinder- und Jugendpsychiatrie Göttingen) in seiner Einführung.Die Arbeitsgruppe von Schmidt betreut seit 17 Jahren mehr als vierhundert Patienten, die zu Beginn acht Jahre alt waren. Untersucht wurde die Entwicklung dissozialer und emotionaler Störungen, von anomal häufigen Wutanfällen über Depressionen bis zu krankhaft introvertiertem Verhalten. " Besonders interessant ist die unterschiedliche Stabilität psychischer Auffälligkeiten der damals Achtjährigen", erklärte Schmidt. Gerade bei Jungen manifestieren sich dissoziale Störungen häufig und ließen sich bei den Betroffenen auch im Alter von 25 Jahren noch feststellen. Bei Mädchen dagegen sei die Wahrscheinlichkeit hoch, daß die Auffälligkeit sich nach der Pubertät verliere. So ergebe sich eine höhere Behandlungsbedürftigkeit solcher Störungen im frühen Kindesalter für Jungen als für Mädchen. Bei introversiven Störungen verhalte es sich dagegen anders. Mädchen, die als Kleinkinder noch weitgehend unauffällig seien, zeigten zum Teil im Alter von 25 deutliche Symptome. Im Falle von Depressionen sei etwa ein Drittel aller Störungen im Kleinkindalter bis ins Erwachsenenalter stabil. Risikofaktoren gemildert Unter anderem wurde auch die
Mutter-Kind-Interaktion von der Arbeitsgruppe "unter die Lupe genommen".
Hier ergab es sich, daß eine gute Mutter-Kind-Beziehung in den ersten
beiden Lebensjahren bis ins Erwachsenenalter hinein positive Auswirkungen
hat, so daß auch Kinder mit mehreren Risikofaktoren deutlich weniger
psychische Auffälligkeiten zeigen. "Dieser Faktor hat sich als wichtiger
herausgestellt, als wir ursprünglich postuliert hatten", räumt
Schmidt ein.
Prof. Heinz Häfner (11. Mai 1996)
Schizophrenie - Auf der Suche nach der
Pathogenese
Im Rahmen der Mittwochsreihe der Psychiatrie
hat Prof. Heinz Häfner über das Thema "Schizophrenie: Auf der
Suche nach der Pathogenese" gesprochen
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Prof. Joest Martinius (12. Februar 1996)
Die Bedeutung von Vorbildern in der
Erziehung sei viele Jahre vernachlässigt worden, sagte Martinius,
der seinen Vortrag mit einer Fülle von Bildern, Karikaturen und Comics
ergänzte. Aber heute wisse man, daß man vieles in der Erziehung
nicht "an die Kinder heranreden" könne, man lebe es vor. Martinius:
"Kinder brauchen Vorbilder und sie suchen sie in der Familie, der Schule,
in den Medien, in der Literatur und anderswo."
Entwicklungspsychologisch gesehen
handele es sich hierbei um ein "Modell-Lernen" über Imitation und
Identifikation." Dabei würden Werte vermittelt, das sei das positive
Modell. Als Beispiel führte er die belehrenden Bilderbücher des
vergangenen Jahrhunderts an. Dann gebe es das negative Modell-Lernen, wie
es etwa im Bilderbuch "Struwwelpeter" geschehe, dessen Autor übrigens
Psychiater war - wo mit abschreckenden Beispielen gearbeitet werde.
Mehr Satire-Programme
Martinius betonte noch eine dritte
Modellvariante, die der satirischen Umkehr. Hier würden Zustände
durch Übertreibung kritisiert - um letztlich das Ideal durchscheinen
zu lassen. Er erläuterte dieses Modell an Geschichten von Wilhelm
Busch und Loriot ("Kinder für Anfänger"): "Eines ist klar, diese
Modellwirkung muß nicht bewußt sein". In angeblich satirischen
Figuren wie Dagobert Duck allerdings könne er eine solche Möglichkeit
des Modell-Lernens nicht erkennen.
Inzwischen wisse man durch Studien,
daß Kinder aus belasteten Familien eher bereit seien, falsche Vorbilder
nachzuahmen: "Die es am wenigsten vertragen, müssen am meisten leiden
und nehmen am meisten Schaden". Sein Appell ging an die Medien - deren
Kinderprogramme ja gar nicht so schlecht seien - mehr mit satirisch-überzeichneten
Figuren zu arbeiten, auf Kosten anderer Programme.
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