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Früherkennung
Brustkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren der Frau. Mittlerweile erkrankt etwa jede 9. Frau an einem Mammakarzinom und es ist zu beobachten, dass die Häufigkeit in allen westlichen Industrienationen zunimmt. Diese Zunahme der Erkrankungen betrifft vor allem ältere Frauen nach den Wechseljahren.
Der entscheidende Faktor, der die Heilungsrate und damit die Prognose der Patientin beeinflusst, besteht in der Tumorgröße zum Zeitpunkt der Diagnosestellung. Damit kommt der Früherkennung eine besondere Bedeutung zu:
Noch immer wird ein großer Anteil der bösartigen Brusttumoren vom Arzt oder der Patientin selbst ertastet. Die Tastuntersuchung als alleinige Maßnahme kann jedoch den Forderungen nach einer verbesserten Früherkennung nicht gerecht werden, da häufig gerade die kleinen Tumoren (unter 1 cm) der Auffindung entgehen und zudem das Untersuchungsergebnis von der Brustgröße und individuellen Gewebe-beschaffenheit abhängig ist.
Die Röntgenuntersuchung der Brust, die Mammographie, wird seit Jahren als wichtigste bildgebende Methode eingesetzt. Sie bietet die Möglichkeit, auch sehr kleine, noch nicht tastbare Tumoren zu erkennen. Bestimmte Vorstufen bösartiger Tumoren neigen außerdem dazu, feinste Verkalkungen auszubilden, die wiederum nur in der Mammographie nachgewiesen werden können. Derzeit wird der beschwerdefreien Frau ohne eigene oder familiäre Vorbelastung empfohlen, mit 40 Jahren eine Basismammographie und dann alle 1-2 Jahre eine Verlaufs-Mammographie durchführen zu lassen.
Einschränkend muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass etwa 10 - 15 % der bösartigen Brusttumoren mammographisch nicht nachweisbar sind. Dies betrifft besonders Patientinnen mit dichtem Drüsengewebe, also vor allem jüngere Frauen.
Die Ultraschalldiagnostik der Brust ist heute als ergänzende Methode in der Mammadiagnostik fest etabliert. Sie sollte bei Frauen mit dichtem Drüsengewebe ergänzend zur Mammographie durchgeführt werden. Da bei einer Ultra-schalluntersuchung keine Strahlenbelastung entsteht, kann diese Unter-suchungsmethode im Bedarfsfall auch in kürzeren Intervallen gefahrlos eingesetzt werden. Mit Hilfe neuer Techniken, wie der sog. Farbdopplersonographie, ist es zudem möglich, das Durchblutungsverhalten im Gewebe darzustellen und damit eine Verdachtsdiagnose weiter zu untermauern.
Für besondere Fragestellungen steht im Zentrum Diagnostische Radiologie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder Kernspintomographie zur Verfügung. Diese Methode wird u. a. angewandt bei mammographisch und sonographisch eingeschränkter Beurteilbarkeit der Brust, zur Beurteilung von narbigen Veränderungen nach Voroperationen und zur Beurteilung der Brust nach Protheseneinlage.
Da über die Ursachen der Brustkrebsentstehung bisher zu wenig bekannt ist, um die ansteigende Erkrankungshäufigkeit zu beeinflussen, muss die Früherkennung heute im Vordergrund stehen und, der individuellen Situation angepasst, alle diagnostischen Möglichkeiten ausschöpfen.
Sofern sich bei der Früherkennung ein abklärungsbedürftiger Befund ergibt, führen wir in der Brustsprechstunde unseres Zentrums sämtliche modernen „interventionellen“ Verfahren durch:
Vergrößerungs- und Tubus-Kompressionsmammographie
- Galaktographie
- Feinnadelpunktion
- Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie
- Ultraschall- und mammographisch gesteuerte (= stereotaktische) Vakuumbiopsie
Vor einer notwendigen Operation werden nicht tastbare Befunde regelmäßig drahtmarkiert, eine mammographische Kontrolle der Drahtposition sowie eine Präparatemammo- oder -sonographie durchgeführt.
Brustkrebsnachsorge
Die Therapie des Mammakarzinoms besteht zunächst in einer operativen Entfernung des Tumors sowie der zugehörigen Achsellymphknoten bzw., bei kleineren Tumoren, des sog. Wächterlymphknotens (sentinel node), wobei in Abhängigkeit von der Tumorgröße heute brusterhaltenden Operationsverfahren der Vorzug gegeben wird. Bei Brusterhaltung ist die Bestrahlung der operierten Brust immer erforderlich.
Weitergehende therapeutische Konsequenzen müssen abhängig vom individuellen Befund getroffen werden (feingewebliche Tumoreigenarten, Ausbreitung, Alter der Pat. etc.). Hiernach entscheidet sich, ob entweder gar keine Anschlusstherapie, eine örtliche Bestrahlung, Chemotherapie und/oder Hormontherapie in Frage kommen.
Die Nachsorgeuntersuchung nach Brustkrebs dient der Früherkennung von örtlichen (lokalen) Rezidiven bzw. von Zweittumoren in der bisher gesunden Brust, um eine frühzeitige, gezielte Behandlung einleiten zu können.
Nachsorgeuntersuchungen erfolgen in der Brustsprechstunde ambulant. Im Allgemeinen gilt die Empfehlung, in den ersten drei Jahren nach Erkrankungsbeginn ¼ jährlich, nach drei Jahren Rezidivfreiheit ½ jährlich sowie nach fünf Jahren jährliche Nachsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Hierbei erfolgt in den ersten drei Jahren bei jeder Vorstellung eine Tastuntersuchung und Sono-graphiekontrolle sowie eine halbjährliche Mammographie der erkrankten Brust, die gesunde Brust wird 1x/Jahr geröntgt. Danach wird die Mammographie 1x jährlich durchgeführt, ggf. ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung; letztere erfolgt immer in den ½ jährlichen Intervalluntersuchungen ergänzt durch die Tastuntersuchung.
Die engmaschige Nachsorge soll der betroffenen Patientin aber auch die Möglichkeit geben, Probleme anzusprechen, die sich begleitend aus der Tumorerkrankung ergeben.
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