Gefahr für die Erdbebenwarte
(Statusbericht vom August 2004)
 

Seit einigen Jahrzehnten ist die Universität Göttingen aktiv, um die über die Stadt verstreuten Institute im Nordbereich zu konzentrieren.
Das Institut für Geophysik wird im Sommer 2005 sein neues Gebäude dort beziehen.

Alle historischen Instrumente des Instituts werden den Umzug mitmachen und das Gauß-Haus wird wohl an seinen ursprünglichen Standort im Garten der alten Göttinger Sternwarte zurückkehren. Nur die Wiechert-Seismographen in dem für sie gebauten Erdbebenhaus sind nahezu immobile Instrumente, die eigentlich nur an ihrem ursprünglichen Standort ganz richtig funktionieren. Auch wenn die Seismographen für die aktuelle geophysikalische Forschung kaum noch eine Rolle spielen, so sind sie für die Öffentlichkeitsarbeit von großer Bedeutung. Nicht nur Touristengruppen und Schulkassen finden im alten Erdbebenhaus Wissenschaft zum Erleben und "Begreifen".
Zudem ist die Göttinger Erdbebenwarte eine von vermutlich nur noch 3 Stationen dieser Art, die seit 100 Jahren in Betrieb sind.

Das Grundstück mit dem alten Institut gehört nach der Flurstücksübersicht der Georg-August-Universität Göttingen "zu den nicht betriebsnotwendigen Flurstücken". Dies bedeutet, dass es von der Übertragung vom Land Niedersachsen auf die Stiftungsuniversität ausgeschlossen war. Das niedersächsische Finanzministerium beabsichtigt nun, das Grundstück zu verkaufen.

Sollte dieser Verkauf ohne Auflagen zum Schutz der auf dem Gelände befindlichen Erdbebenwarte sowie auch der Mintrop-Kugel erfolgen, so wäre deren Abriss durch einen neuen Besitzer sehr wahrscheinlich. Damit würde Göttingen einen wichtigen Teil seines historischen, naturwissenschaftlichen Erbes verlieren.

Bitte helfen Sie uns mit Ihrem Engagement, damit die Wiechertsche Erdbebenwarte nicht im Dunkel der Geschichte verschwinden, sondern auch zukünftige Generationen noch in Staunen versetzen wird.

Lesen Sie dazu auch unsere Forderungen zur Rettung des Observatoriums.