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Forschungsprofil der Forschungsgruppe Stimme und Sinnesentwicklung
Die Forschergruppe Stimme und Sinnesentwicklung entstand 2000 als Zusammenschluß von
Naturwissenschaftler der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie mit dem Ziel, die positiven
Wechselwirkungen zwischen der Grundlagenforschung im Bereich der Neurobiologie, Morphologie und
Physik für die klinische Anwendung neuer Forschungsergebnisse in der Phoniatrie, Pädaudiologie
und Entwicklungsbiologie zu nutzen. Ausgangspunkt waren zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) geförderten Projekte zur Quantifizierung menschlicher Stimmqualitäten (Projekt 1: Kr 1469/3)
und zur Entwicklung corticaler Plastizität im Hörsystem (Projekt 2: Kr 1469/4).
Die naturwissenschaftliche Expertise in der Stimmforschung und Hörphysiologie wird genutzt, um die
Bedeutung multifunktioneller Entwicklungsstörungen beim Mensch und am Tiermodell zu untersuchen.
Dabei profitiert die Forschergruppe von der engen Zusammenarbeit zwischen Biologen, Physikern und
Ärzten, und versucht klinischen Verbesserungen aus der Grundlagenforschung zu entwickeln.
Ebenso untersucht wird die Morphologie und das Verhalten von Säugetieren, die in der medizinischen
Forschung vielfältig eingesetzt werden. Momentan konzentrieren wir uns auf intraspezifische
Unterschiede in der Entwicklung von Gehirn, Verhalten und Vokalisation bei domestizierten
Säugetieren wie der Mongolischen Wüstenrennmaus (Meriones unguiculatus). Für viele Kollegen,
die in der medizinischen Grundlagenforschung nur mit standardisierten Mausstämmen oder
Mausmutanten arbeiten, werden vergleichende Untersuchungen zum Wildtyp des verwendeten
"Labornagers" immer wichtiger. Nachkommen realer Wildfänge besitzen im Gegensatz zur
"Knock-out"-Maus noch eine dem Menschen vergleichbare morphologische, physiologische
und genetische Variabilität und Integrität. Experimentelle Domestikationsforschung mit einen
breitem Methodenspektrum wird deshalb in den kommenden Jahren zu einer relevanten Kontrollinstanz
in der medizinischen Grundlagenforschung werden.
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