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Bodenmüdigkeit bei Rosen

Koordination: Dr. Anke Sirrenberg, Projektleitung: Prof. Dr. Petr Karlovsky
Weitere Beteiligte: Prof. Dr. Gerhard Wolf, Petra Romanczuk-Schulz
Laufzeit: 1.3.2005 - 1.12.2007
Förderer: Stiftung des Vereins Deutscher Rosenfreunde e.V.

Bodenmüdigkeit bei Rosen

Anzucht von Pflanzen

Beim artgleichen Nachbau von Rosaceen insbesondere von Arten der Gattung Rosa werden häufig starke Wachstumsdepressionen beobachtet, die nicht auf Nährstoffmangel oder Schädigungen durch Krankheitserreger bzw. - schädlinge zurückzuführen sind. Dieses Phänomen, auch als Bodenmüdigkeit bezeichnet, lässt sich durch chemische Bodenentseuchung oder durch Dämpfen des Bodens beheben. Dies deutet auf die Beteiligung von Mikroorganismen hin, die sich, möglicherweise gefördert durch Wurzelausscheidungen, spezifisch in der Rhizosphäre anreichern, da eine starke Schädigung der Wurzeln als typisch angesehen werden muss.

Our first DGGE gel

Beispiel eines DGGE-Gels

Unser Forschungsvorhaben beruht auf der Annahme, dass die Bodenmüdigkeit bei Rosen auf einer Anreicherung von in der Literatur als deleterious rhizobacteria (DRB) bezeichnete Mikroorganismen beruht, die durch ihre Ausscheidungsprodukte eine Schädigung der Wurzeln bewirken. Bei der Selektion dieser wurzelassoziierten Bodenmikroflora spielen sehr wahrscheinlich Wurzelexsudate eine entscheidende Rolle.

Ausgehend von diesen Prämissen werden Untersuchungen durchgeführt:

1. Etablierung eines Bioassays zur Charakterisierung der Bodenmüdigkeit unter definierten Bedingungen.

2. Vergleichende Untersuchung der Rhizoplane- und Rhizosphären- Mikroflora mithilfe Denaturing Gradient Gel Electrophoresis (DGGE). Durch diese Methode lassen sich sowohl kultivierbare als auch nicht-kultivierbare Bodenorganismen erfassen.

3. Zur Absicherungen und Ergänzung der bodenmikrobiologischen Untersuchungen werden im Labor für Bodenchemie der FH Hildesheim/Holzminden, Göttingen, unter der Leitung von Prof. Dr. Rastin Nayer chemisch-physikalische Bodenanalysen durchgeführt.

Das Hauptziel des Forschungsvorhabens ist es, die Ursache der Bodenmüdigkeit bei Rosen unter den spezifischen Bodenbedingungen des Europa-Rosariums Sangerhausen und weiterer Rosarien und Rosengärten aufzuklären und damit Voraussetzungen für die Entwicklung von gezielten prophylaktischen Maßnahmen zu schaffen. Wir erhoffen uns jedoch, dass die gewonnenen Erkenntnisse darüber hinaus wichtige Erkenntnisse zur Aufklärung des Phänomens der Bodenmüdigkeit liefern und damit einen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt in der Pflanzenpathologie und im Pflanzenschutz leisten.


 
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Molecular Phytopathology
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