Mumps, Newcastle-Disease-Virus
Mumps (Parotitis epidemica)
Erreger Klinik Diagnostik Therapie Infektionsweg Epidemiologie Prophylaxe
Erreger:
Mumpsvirus; stabiler SerotypKlinik:
Parotitis epidemica: Inkubationszeit: 18 bis 21 Tage; 1-3 Tage
katarrh. Symptomatik, dann Fieberanstieg und Entwicklung einer unilateralen Parotitis. 1-2
Wochen später in 75% andere Parotis betroffen; Gl. submandibularis und Gl. sublingualis
können mitbefallen sein. Schmerzhafte Schwellung der Drüsen. Funktion wenig
beeinträchtigt. Rekonvaleszenz setzt nach 1-2 Wochen ein. Manifestation im Kindesalter:
60-70%. Lebenslange Immunität.
Komplikationen: Orchitis und Epididymitis:
Einsetzen 12 Tage nach Krankheitsbeginn. Ca. 20%
der an Mumps erkrankten Adoleszenten; 30% davon doppelseitig; Sterilität (infolge
Druckatrophie?) ca. 80% bei doppelseitiger Orchitis; Pathogenese unklar.
Meningitis: Einsetzen am 18. Tag nach Krankheitsbeginn; ca. 20% der Fälle. Unterschiedlicher Manifestationsgrad. Häufigste Form der aseptischen Meningitis in der BRD neben der durch Enteroviren hervorgerufenen. Folgenlose Abheilung.
Meningoenzephalitis: Beginn kurz vor oder nach Parotitis <1% alle Fälle. Letalität 5%. Restschäden nach Ausheilung 5%; ein- und doppelseitig. Taubheit möglich.
Andere seltene Komplikationen: Pankreatitis (mit Hyperglykämie, Glukosurie und Steatorrhö), Thyreoiditis, Thymitis, Adnexitis (keine Stabilität), Leber-, Milz-, Nieren-, Myokardschäden, Polyarthritis, einseitige, sensorische, irreversible Taubheit.
Mumps in der Gravidität: »mumpsbedingte Mißbildungen« (Hydrozephalus, endokardiale Fibroelastose) in mehreren groß angelegten prospektiven Studien (viele hundert Fälle von Mumps in der Schwangerschaft) nicht bestätigt. Kein Grund für Schwangerschaftsabbruch.
Diagnostik:
Trotz typischen Krankheitsbildes ist die klinische Diagnose nicht eindeutig. Insbesondere,
wenn Parotitis nach erfolgter Mumpsschutzimpfung auftritt. Differentialdiagnose: Influenza A., Coxsackie
B, Adenoviren, EBV und Mycoplasma
pneumoniae. IgM-Anti-Mumpsvirus ist für Diagnosestellung essentiell.
Therapie:
Mumps, symptomatisch; Orchitis; evtl. Suspensorium, Mumpsimmunglobulin bei bestehender
Orchitis wirkungslos, jedoch bei einseitiger Orchitis zur Prophylaxe der Infektion des
anderen Hodens indiziert.
Infektionsweg:
Tröpfcheninfektion der Schleimhäute des Rachens, Virämie, Organmanifestation. ZNS wird
auf dem Blutweg erreicht.
Epidemiologie:
Vorkommen:
Übertragung: Tröpfcheninfektion: Mund- und Rachensekrete 1 Woche vor Krankheitsbeginn bis 2-4 Wochen danach infektiös.
Infektionsquelle: Mensch
Risikopersonen: Alle Personen ohne Immunschutz; gehäuft zwischen 4. und 15. Lj. Vor dem 4. und jenseits des 40. Lj. sehr selten. 14. Lj.: 90% Antikörper. Mumps bei Erwachsenen relativ gefährlich: 40% Todesfälle nach Mumpsenzephalitis bei Personen >40 J. In der Adoleszenz Gefahr der Orchitis mit Sterilität. Keine Sterilität bei Frauen.
Prophylaxe:
Aktive Schutzimpfung:
Mumpsenzephalitits in den USA 1967: 849 mit 43 Todesfällen, 1982 (nach Einführung der Impfung) sieben mit zwei Todesfällen. Impfung von Schwangeren vermeiden, jedoch negative Wirkung nicht bekannt. Dauer des Schutzes: >15. J.: subklinische Reinfektionen, die zur Auffrischung des Impfschutzes führen, sind möglich. Ob in Zukunft Erwachsene bei nachlassendem Impfschutz gefährdet sind, muß offenbleiben. Keine Wirkung bei Verabreichung in der Inkubationszeit.
Passive Immunisierung mit Mumpsimmunglobulin kann zur Prophylaxe der Mumpsorchitis und der Enzephalitits des Erwachsenen Verwendung finden, ferner bei Mumpskontakt in der Schwangerschaft. Wirksamkeit: ungewiß.
Dosierung: 0,2-0,5 ml/kg Mumpsimmunglobulin.
Prophylaxe der Mumpsorchitis mit Interferon ist möglich.
NDV-(Newcastle-Disease-Virus-)Konjunktivitis
Geflügelkrankheit (Respirationstrakt, Gastrointestinaltrakt, ZNS). Beim Menschen nach Kontakt akute Konjunktivitis mit follikulärem Charakter nach Inkubationszeit von 1-2 Tagen. Meist unilateral. Keine Korneabeteiligung. Lidödem und präaurikuläre Lymphadenitis sind möglich, manchmal Tränenfluß, Abgeschlagenheit, Pharyngitis, Kopfschmerzen und ulzerative Mundschleimhautveränderungen wurden beobachtet. Reinfektionen möglich. Gute Prognose.
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