Masern- und RS-Virus

Masern

Erreger Klinik Diagnostik Therapie Pathogenese Epidemiologie Prophylaxe

Erreger: Masernvirus; ein stabiler Serotyp

Klinik:

Diagnostik: nur in Zweifelsfällen virologische Diagnostik erforderlich: IgM-Anti-Masernvirus.

Therapie: Symptomatisch. Antibiotika nur dann, wenn bakterielle Komplikation eingetreten ist. Bettruhe.

Pathogenese:
Virusaufnahme über Respirationstrakt und Konjunktiva. Vermehrung im Schleimhautepithel und im lymphatischen Gewebe des Organismus. Ausbreitung über Blut- und Lymphwege. Mit Beginn der Prodromi ist das Virus in Rachenabstrichen, im Urin und im Blut nachweisbar, auch in den Koplik-Flecken.

IgM-Antikörper treten zum Zeitpunkt des Exanthems auf. IgG-Antikörper etwas verzögert, aber dann lebenslang persistierend. Normaler Krankheitsverlauf auch bei Agammaglobulinsyndromen, nicht bei hereditären Störungen des zellulären Immunsystems. Demnach letzteres für normalen Krankheitsverlauf entscheidend. Im einzelnen unklar. Während der akuten Phase der Erkrankung partielle Depression der zellulären Immunität gegen verschiedene Erreger, z.B. M. tuberculosis (negative Tuberkulin-Haut-Reaktion).

Epidemiologie:

(Liste der globalen Mortalität 1998: Akute Infektionen der unteren Luftwege: 3 745 000, 7,2 % aller Sterbefälle; Tuberkulose: 2 910 000, 5,6 %; Diarrhoen: 2 455 000, 4,7%; HIV/AIDS: 2 300 000, 4,4%; Malaria: 1,5-2,7 Mill. 2,9-5,2%; Masern: 960 000, 1,8%; Hepatitis B: 605 000,1,2%; Pertussis: 410 000, 0,8%; Neonataler Tetanus: 275 000, 0,5%; Dengue-Fieber: 140 000, 0,3%. Schwere Verlaufsformen (hohe Letalität an Masernpneumonie bis 25%) in manchen Entwicklungsländern, insbesondere der Sahelzone in Afrika.

In USA und Osteuropa   Rückgang infolge Massenimpfung. Bei hoher Durchimpfung in den USA 1998 nur noch 100 bestätigte Fälle; davon waren 26 importiert, 74 endemisch, jedoch 45 von ihnen wurden von importierten Fällen angesteckt, nur 29 waren nicht importiert. Der Anteil der nicht importierten sank seit 1995 ständig: 1995 85%, 1996: 72%; 1997: 41%,1998: 29%. 32 der 45 importierten Fälle traten bei einem Ausbruch in Alaska auf: Besucher aus Japan)  Von 2961 vom 15.4.99-4.2.00 in Holland gemeldeten Masernfällen (Meldepflicht! starben 3, erkrankten 5 an Enzephalitis, wurden 63 aus versch.Gründen hospitalisiert, erkrankten 130 an Lungenentzündung, 170 an Otitis media, 26 an Pneumonie und Otitis media, 56 an anderen respiratorischen Erkrankungen und 57 an anderen Erkrankungen. Ohne Komplikationen 2451 = 82,8%. Betroffen waren vor allem Gemeinden mit hohen Anteilen religiöser Sekten, die Impfungen ablehnen. MMWR 2000 Nr.299.

Prophylaxe:

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RS-Virusinfektion

Erreger Klinik Diagnostik Therapie Pathogenese Epidemiologie Prophylaxe

Erreger: RS-Virus; ein stabiler Serotyp

Klinik:

Diagnostik: Antikörpertiteranstieg

Therapie: symptomatisch. Bei Verdacht auf bakterielle Superinfektion: Antibiotika, Ribavirin in Erprobung bei Säuglingen mit Vorschäden.

Pathogenese:
Nach Anwendung experimenteller Impfstoffe aus abgetöteten Viren beobachtete man im Falle einer darauffolgenden Infektion schwere bronchiolitische Verläufe. Deshalb Hypothese, daß der Zellschaden ein immunpathologischer Prozeß ist. Schweregrad der Erkrankungen bei Neugeborenen möglicherweise Ausdruck der Beteiligung passiv übertragener mütterlicher Antikörper. Lebenslange Immunität.

Epidemiologie:

Prophylaxe: keine wirksame und unschädliche Vakzine verfügbar.

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