Suryoyo Online´s Library

 

www.suryoyo-online.org


Ansprache des Papstes an den syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien
am 21. Juni 1984

Gemeinsame Erklärung des Patriarchen Mor Ignatius Zakka I. lwas
und Papst Johannes Pauls II.
vom 23. Juni 1984

Pastorale Vereinbarung zwischen Syrisch-Orthodoxen und Römisch-Katholiken

Die Syrisch-Orthodoxe und Römisch-Katholische Kirche haben am 23. Juni 1984 im Vatikan eine pastorale Erklärung vereinbart. Dabei gestatten der Patriach Mar Ignatius Zakka I. Iwas und der Papst Johannes Paul II. den Gläubigen den Sakramentenempfang bei Priestern der anderen Kirche, wenn kein eigener Geistlicher erreichbar ist. Dazu zählen das Buß-Sakrament, der Empfang der heiligen Kommunion und der Krankensalbung.

In dem Dokument verweisen der Papst und der syrisch-orthodoxe Patriarch auf die Gemeinsamkeit im Glauben beider Kirchen. Spaltungen und Spannungen berührten nicht "die Substanz des Glaubens", sie seien vielmehr nur aufgrund »terminologischer und kultureller Unterschiede« und aufgrund eigener Ausdrucksformen entstanden. »Wir finden heute keine wirkliche Basis für die traurigen Spannungen und Schismen.« Beiden Kirchen sei der Glaube an die vollkommene Gottheit und Menschheit Christi gemeinsam, heißt es in der Erklärung beider Kirchen.

Das Dokument ist eine Fortsetzung der gemeinsamen Erklärung, die schon der damalige Patriarch Mar Ignatius Jakob III. und Papst Paul VI. 1971 unterzeichnet haben.

 

Ansprache des Papstes an den syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien,
Mor Ignatius Zakka I. lwas,
am 21. Juni 1984

"Kraft der brüderlichen Liebe"

Eure Heiligkeit!

Die Liebe Gottes, die »ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist« (Röm 5,5), ermöglicht es, uns bei Ihrem Besuch der Kirche von Rom als Brüder zu begegnen, und schenkt mir die große Freude, Sie zu empfangen. In dieser Liebe des Herrn heiße ich Sie aus ganzem Herzen willkommen.

Als Beobachter beim Zweiten Vatikanischen Konzil sind Sie mit meinem Vorgänger Johannes XXIII. zusammengetroffen. Sie begleiteten Mar Ignatius Jacoub III., als er nach Rom kam, um Paul VI. zu besuchen, und ich vergesse auch nicht unsere eigene erste Begegnung. Aber Ihr jetziger Aufenthalt hier hat eine neue, besondere Bedeutung. Zunächst heiße ich in Ihrer Person das Oberhaupt der sehr alten Syrischen Kirche willkommen, die ihre Wurzeln in der apostolischen Gemeinde von Antiochien hat. Da nach dem Vorbild des Guten Hirten der Bischof eng mit seiner Herde verbunden ist, grüße ich, wenn ich Sie begrüße, alle Ihre Gläubigen. Ihnen, Seiner Heiligkeit dem Katholikos, den ehrwürdigen Vertretern Ihrer Kirche, die Sie begleiten, Ihrem Klerus und Ihrem ganzen Volk entbiete ich einen herzlichen und brüderlichen Gruß, voll Achtung für Ihre Kirche, deren Geschichte, obwohl von Leid geprägt, so ruhmvoll ist wegen ihrer ehrwürdigen Tradition in Theologie, Liturgie, Spiritualität und Disziplin und wegen des mutigen Zeugnisses, das sie in unseren Tagen für das Kreuz und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus ablegt.

Da ist noch ein anderer Grund, der unsere Freude vermehrt und diesem Augenblick besondere Bedeutung verleiht. Ihr Besuch gehört in die von Ihrem verehrten Vorgänger, Patriarch Mar Jacoub III., begonnene Reihe, deren Ziel es war, die Verbindung zwischen unseren Kirchen, die bis zur Trennung und zum gegenseitigem Nicht kennen gerissen war, wieder anzuknüpfen. Ich treffe nun in Rom mit Ihnen als Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche zusammen. Sie wollen beitragen zur schnelleren Herstellung der vollen Gemeinsamkeit zwischen uns. Sie wissen, wie sehr sich dieser Wunsch mit meinem eigenen trifft und mit der feierlichen Verpflichtung, die die katholische Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil übernahm, nämlich sich voll und aktiv an der ökumenischen Bewegung zu beteiligen. Um diesem Wunsch, den uns der Heilige Geist eingegeben hat, praktischen Ausdruck zu verleihen, können wir bei dieser Gelegenheit eine gemeinsame Erklärung über unseren gemeinsamen Glauben an Christus, den Sohn Gottes, abgeben, der durch den Heiligen Geist Mensch geworden ist, indem er das leibliche Leben von der Jungfrau Maria nahm. Auf diese Weise markieren wir einen tatsächlichen Fortschritt auf dem Weg zur Einheit und hoffen, daß Jesus Christus, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, den wir als unseren gemeinsamen Herrn bekannt haben, uns die Gnade zuteil werden läßt, die Divergenzen zu überwinden, die noch bestehen und die die volle kirchenrechtliche und eucharistische Gemeinschaft zwischen uns verhindern. Wir preisen Gott für das, was wir bereits an Brüderlichkeit wiedergewonnen haben, und für die gemeinsam erzielten Fortschritte.

Da unser Herr Jesus Christus für die Einheit der Seinen betete, »damit die Welt glaubt« (Joh 17,21), und sich selbst hingab, auf daß alle Menschen miteinander und mit dem Vater versöhnt werden, müssen wir stets seine gefügigen Werkzeuge sein für die Wiederherstellung der sichtbaren Einheit zwischen den Christen und den Frieden unter den Völkern.

»Die Sorge um die Wiederherstellung der Einheit ist Sache der ganzen Kirche, sowohl der Gläubigen wie auch der Hirten, und geht einen jeden an, je nach seiner Fähigkeit, sowohl in seine täglichen christlichen Leben wie auch bei theologischen und historischen Untersuchungen« (Unitatis redintegratio, Nr. 5). Die Gläubigen unsere Kirchen sollten sich noch öfter treffen, sich gegenseitig besser kennenlernen und miteinander besser Zeugnis ablegen vom Evangelium Christi. Die vollen Möglichkeiten des gemeinsamen Zeugnisses in Gebet, Solidarität, gegenseitige Hilfe und im Dienst an den Notleidenden sind noch nicht hinreichend ausgeschöpft. Hier kann der Klerus unserer Kirchen einen entscheidenden Einfluß haben. An zahlreichen Orten gibt es bereits eine pastorale Zusammenarbeit als Antwort auf die Bedürfnisse der Gläubigen. Dies sollt überall mit Mut, Vertrauen und Achtung weiter entwickelt werden. Was die theologischen und historischen Forschungen betrifft, so haben diese bereits bemerkenswerte Ergebnisse erbracht, insbesondere im Rahmen der von der Stiftung »Pro Oriente« veranstalteten Tagungen und Begegnungen zwischen Vertretern der katholischen Kirche und der altorientalischen Kirchen. Wir sollten sie so fortsetzen, daß sie einen gesunden Fortschritt zur Ehre Gottes bezeichnen.

Wenn ich so von der dringenden Notwendigkeit spreche, miteinander unsere gemeinsame Berufung zur Einheit zu bekräftigen, dann nicht deshalb, weil unsere Kirchen nur mit ihren eigenen Problemen beschäftigt wären. Christus ist das Licht der Völker, und wir müssen diesem Licht beweisen, daß Christen immer bestrebt sind, seinen Willen zu tun. Die Welt braucht die Botschaft des Friedens und die Wirklichkeit des Heils, das uns von Christus gebracht wurde. Manche Gläubige unserer Kirchen leben in Ländern, die von Krieg und Gewalt verwüstet werden. Sie sind berufen, unter schwierigsten Umständen die Seligpreisungen des Evangeliums zu leben und Urheber der Versöhnung zu sein. Meine Gedanken und meine Gebete gehen in diesem Augenblick zu ihnen. Möge Gott die Regierungen der streitenden Nationen bewegen, damit der Haß gebannt und beständige Eintracht zwischen den Völkern hergestellt werde.

Trotz der Kraft der brüderlichen Liebe, die uns verbindet, fühlen wir uns oft schwach und hilflos vor so viel Not und Leid; doch wir verlieren nicht den Mut. Wir richten unseren Blick auf den »Urheber und Vollender unseres Glaubens«, und wir wissen, daß uns eine große Wolke von Zeugen umgibt (vgl. Hebr 12,1-2), die unsere Väter im Glauben sind, die Heiligen und Märtyrer, die für uns Fürbitte leisten. Sie haben für den Glauben, für die Einheit der Kirche und die Liebe unter den Christen gebetet und gekämpft. Nun da sie in Christus leben, helfen sie uns und ziehen uns nach sich.

Eure Heiligkeit, ich danke Ihnen ganz aufrichtig für Ihren Besuch. Ich weiß, daß Ihr Aufenthalt in dieser Stadt auch eine Wallfahrt zu der Stätte des Martyriums der heiligen Apostel Petrus und Paulus ist, deren Andenken der Kirche von Antiochien so teuer ist wie der Kirche von Rom. Auf ihre Fürsprache segne Gott uns, unseren Klerus und alle Gläubigen unserer Kirchen. (0. R.22./23. Juni 1984)

 

Gemeinsame Erklärung Papst Johannes Pauls II.
und des syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien,
Moran Mar Ignatius Zakka I. lwas,
vom 23. Juni 1984

1. Seine Heiligkeit Johannes Paul 11., Bischof von Rom und Papst der katholischen Kirche, und Seine Heiligkeit Moran Mar Ignatius Zakka 1. lwas, Patriarch von Antiochien und des Ganzen Ostens und Oberhaupt der universalen syrisch-orthodoxen Kirche, knien voll Demut vor dem erhabenen und hochgepriesenen himmlischen Thron unseres Herrn Jesus Christus und sagen Dank für die einzigartige Gelegenheit, die ihnen gewährt worden ist, nämlich einander in Seiner Liebe zu begegnen, und die Beziehung zwischen ihren beiden Schwesterkirchen, der Kirche von Rom und der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien, weiter zu stärken - die Beziehung war bereits hervorragend durch die gemeinsame Initiative Ihrer Heiligkeiten seligen Andenkens Papst Paul Vl. und Patriarch Moran Mar Ignatius Jacoub III.

2. Ihre Heiligkeiten Papst Johannes Paul 11. und Patriarch Zakka I. erklären feierlich ihren Wunsch, den Horizont ihrer Brüderlichkeit auszuweiten und damit die Bedingungen der tiefen geistlichen Gemeinschaft, die sie und die Prälaten, den Klerus und die Gläubigen ihrer beiden Kirchen bereits miteinander verbindet, zu bestärken, die Bande des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu festigen und weiterzuschreiten auf ein voll gemeinsames kirchliches Leben hin.

3. Zunächst bekennen sich Ihre Heiligkeiten zum Glauben ihrer beiden Kirchen, wie er vom Konzil von Nizäa im Jahr 325 formuliert wurde; allgemein bekannt als das Nizäische Glaubensbekenntnis. Die Verwirrungen und Schismen, zu denen es in den folgenden Jahrhunderten zwischen ihren Kirchen kam, betreffen oder berühren, wie sie heute erkennen, in keiner Weise die Substanz ihres Glaubens, da diese lediglich aufgrund von Unterschieden in der Terminologie und Kultur und den vielfältigen Formeln entstanden, die von den verschiedenen theologischen Schulen angewandt wurden, um ein und dieselbe Sache auszudrücken. Dementsprechend finden wir heute ebenso wenig eine echte Grundlage für die bedauerlichen Trennungen und Schismen, die in der Folge zwischen uns bezüglich der Menschwerdungslehre entstanden sind. Wir bekennen in Worten und Leben die wahre Lehre von Christus, unserem Herrn, ungeachtet der Unterschiede in der Interpretation dieser Lehre, die zur Zeit des Konzils von Chalkedon entstanden.

4. Wir wollen daher erneut unser Bekenntnis gemeinsamen Glaubens an die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus feierlich bestätigen, wie es 1971 Papst Paul VI. und Patriarch Moran Mar Ignatius Jacoub III. getan haben. Sie bestritten, daß es irgendeinen Unterschied in dem von ihnen bekannten Glauben an das Geheimnis des Fleisch und wahrhaft Mensch gewordenen Wortes Gottes gebe. Wir bekennen unserseits, daß er für uns Mensch geworden ist, indem er einen wirklichen Leib mit einer vernunftbegabten Seele annahm. Er teilte unser Menschsein in allem außer der Sünde. Wir bekennen, daß unser Herr und unser Gott, unser Erlöser und König aller, Jesus Christus, seiner göttlichen Natur nach vollkommener Gott und seiner menschlichen Natur nach vollkommener Mensch ist. In ihm ist seine Göttlichkeit mit seiner Menschlichkeit vereint. Diese Einheit ist wirklich, vollkommen, ohne Täuschung der Vermischung, ohne Verwirrung, ohne Veränderung, ohne Teilung, ohne die geringste Trennung. Er, der ewige und unsichtbare Gott, wurde sichtbar im Fleisch und nahm Knechtsgestalt an. In ihm sind auf eine wirkliche, vollkommen unteilbare und untrennbare Weise Gottheit und Menschheit vereint, und in ihm sind alle ihre Eigenschaften gegenwärtig und wirksam.

5. Da wir dasselbe Christusverständnis haben, bekennen wir auch dasselbe Verständnis seines Geheimnisses. Durch seine Menschwerdung, seinen Tod und seine Auferstehung hat unser Herr, Gott und Erlöser Sünde und Tod besiegt. Durch ihn ist es in der Zeit zwischen Pfingsten und der Wiederkunft, der Zeit, die der Endzeit vorausgeht, dem Menschen geschenkt, die neue Schöpfung, das Reich Gottes, den bereits unter uns vorhandenen, alles verwandelnden Sauerteig (vgl. Mt 13,33) zu erfahren. Zu diesem Zweck hat Gott ein neues Volk erwählt, seine heilige Kirche, die der Leib Christi ist. Durch das Wort und durch die Sakramente ist der Heilige Geist in der Kirche am Werk, um jeden einzelnen zu berufen und alle zu Gliedern des Leibes Christi zu machen. Diejenigen, die glauben, werden im Heiligen Geist im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit getauft, damit sie einen Leib bilden und durch das heilige Sakrament der Firmung ihr Glaube vervollkommnet und von demselben Geist gestärkt wird.

6. Das sakramentale Leben findet so sehr in der heiligen Eucharistie seine Erfüllung und seinen Höhepunkt, daß die Kirche durch die Eucharistie ihre eigentliche Natur am tiefsten verwirklicht und offenbart. Durch die heilige Eucharistie breitet sich das Ereignis des Leidens und Sterbens Christi über die ganze Kirche aus. Durch die heilige Taufe und Firmung werden die Glieder Christi in der Tat vom Heiligen Geist gesalbt und in Christus eingegliedert; und durch die heilige Eucharistie wird die Kirche das, wozu sie durch Taufe und Firmung bestimmt ist. Durch die Gemeinschaft mit dem Leib und Blut Christi wachsen die Gläubigen in jene geheimnisvolle Vergöttlichung hinein, die sie durch den Heiligen Geist im Sohn zu Kindern des Vaters macht.

7. Die anderen Sakramente, die die katholische Kirche und die syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien in ein und derselben Nachfolge des apostolischen Dienstes verbinden, nämlich Priesterweihe, Ehe, Versöhnung der Büßer und Krankensalbung, sind der Feier der heiligen Eucharistie untergeordnet, die den Mittelpunkt des sakramentalen Lebens und den höchsten sichtbaren Ausdruck kirchlicher Gemeinschaft darstellt. Die Gemeinschaft der Christen untereinander und der Ortskirchen, die durch ihre rechtmäßigen Bischöfe miteinander verbunden sind, wird in der versammelten Gemeinde verwirklicht, die denselben Glauben bekennt, die in Hoffnung auf die kommende Welt und in Erwartung der Wiederkunft des Erlösers nach vorwärts schaut und vom Heiligen Geist gesalbt wird, der in ihr Wohnung nimmt mit einer Liebe, die niemals trügt.

8. Da die heilige Eucharistie der höchste Ausdruck christlicher Einheit zwischen den Gläubigen und zwischen Bischöfen und Priestern ist, kann sie von uns noch nicht gemeinsam, gefeiert werden. Eine solche Feier setzt eine vollkommene Identität des Glaubens voraus, die zwischen uns noch nicht besteht. Denn gewisse Fragen, die den Willen des Herrn für seine Kirche, sowie die lehrmäßigen Implikationen und kirchenrechtlichen Details unserer nun schon zu lange von einander getrennten Gemeinschaften und ihrer Überlieferungen betreffen, müssen noch gelöst werden.

9. Unsere wenn auch noch nicht vollkommene Identität im Glauben berechtigt uns, die Zusammenarbeit zwischen unseren Kirchen ins Auge zu fassen: in der Seelsorge, in Situationen, die heutzutage sowohl wegen der Zerstreuung unserer Gläubigen über die ganze Welt als auch wegen der unsicheren Zustände dieser schwierigen Zeiten nicht selten sind. Es ist in der Tat unseren Gläubigen oft aus materiellen oder moralischen Gründen unmöglich, Zugang zu einem Priester ihrer eigenen Kirche zu finden. Bemüht, ihren Bedürfnissen entgegenzukommen, und in der Sorge um ihr geistliches Wohl ermächtigen wir sie, in solchen Fällen rechtmäßig Priester unserer beiden Schwesterkirchen um die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung zu bitten, wenn sie sie brauchen. Eine logische Folge der Zusammenarbeit in der Seelsorge wäre es, auch auf dem Gebiet der Priesterausbildung und theologischen Erziehung zusammenzuarbeiten. Die Bischöfe werden ermutigt, die Teilnahme an Möglichkeiten für die theologische Erziehung zu fördern, wenn sie es für ratsam halten. Dabei vergessen wir nicht, daß wir noch alles in unserer Macht Stehende unternehmen müssen, um zur vollen sichtbaren Gemeinschaft zwischen der katholischen Kirche und der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien zu gelangen, und unaufhörlich und flehentlich unseren Herrn bitten müssen, uns jene Einheit zu gewähren, die allein es uns ermöglichen wird, der Welt ein im Vollsinn einmütiges Zeugnis des Evangeliums zu geben.

10. Während wir dem Herrn danken, der uns gewährt hat, uns zu begegnen und uns des Zuspruchs des gemeinsamen Glaubens zu erfreuen (vgl. Röm 1, 12) und vor der Welt das Geheimnis von der Person des menschgewordenen Wortes und seines Heilswerkes zu verkünden, das das unerschütterliche Fundament dieses gemeinsamen Glaubens bildet, verpflichten wir uns feierlich, alles uns Mögliche zu tun, um die letzten Hindernisse zu beseitigen, die einer vollen Gemeinschaft zwischen der katholischen Kirche und der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien noch im Wege stehen, so daß wir eines Herzens und einstimmig das Wort verkünden können: »Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtete und daß »alle, die an seinen Namen glauben, Kinder Gottes werden« (vgl. Joh 1,9-12).

Rom, am 23. Juni 1984

(Veröffentlicht in: L'Osservatore Romano, 24. Juni 1984)


Suryoyo Online
Webmaster:
Gabriel Rabo
Updated: 27.6.1999

[HOME] [Library]