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DS 5 1999: Kritische Kommentare nicht zensieren

©DS - DEUTSCHES ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT

In Nr.48/98 kommentierte DS-Redakteur Reinhard Mawick den ØFall LüdemannÆ. Es sei unverständlich, warum die Göttinger Theologen sich weigerten, einen Querdenker in ihren Reihen zu dulden. Eberhard Busch, Fakultätsdekan in Göttingen, kritisierte die ØVerurteilung des KollegiumsÆ und legte dar, Lüdemann habe sich selbst von der Theologie verabschiedet

Das ist ja nun wohl das Allerletzte:

Da versucht doch tatsächlich der Dekan der Theologischen Fakultät Göttingen auch noch Zensur auf das Sonntagsblatt auszuüben, indem er schreibt: "Ich bin empört, dass er (der Kommentar von Reinhard Mawick, der sich kritisch mit dem Vorgehen gegen Lüdemann auseinander setzte) gerade in einer christlichen Wochenzeitung erschienen ist." Kritische Geister sollen also nicht nur aus der Fakultät verbannt werden, sondern kritische Kommentare zu diesem Vorgehen gehören angeblich auch nicht in eine "christliche Wochenzeitung".

Wo sind wir denn? Ich hoffe nur, dass das DS sich auch weiterhin diese Freiheit bewahrt, auch kirchen- und fakultätskritische Kommentare zu schreiben.

Der "Hammer" ist allerdings, dass Eberhard Busch die Sache dann auch noch auf den Kopf stellt und behauptet: "Nicht wir haben ihn (nämlich Lüdemann) verabschiedet", sondern dieser habe sich gewissermaßen selbst aus der theologischen Fakultät verabschiedet. Waren denn die bisherigen Pressenotizen alles Falschmeldungen, in denen berichtet wurde, dass sowohl die Fakultät wie auch die Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen auf eine Ausgliederung von Gerd Lüdemann aus der theologischen Fakultät drängten?

Wer die zahlreichen Fachbücher und Kommentare von Lüdemann kennt oder seine Veranstaltungen an der Uni besucht hat, wird nicht umhinkönnen, die gründliche exegetische Arbeit dieses Wissenschaftlers zu würdigen. Was Lüdemann von vielen seiner Kollegen unterscheidet, ist, dass er bei den exegetischen Erkenntnissen nicht einfach stehen bleibt, sondern Konsequenzen für den "kirchlichen Alltag" und das Pfarramt fordert und manche überlieferten Dogmen und Bekenntnisse zu hinterfragen ermutigt.

Holger Breede, Hann. Münden

Für mich als "Gemeindechrist" ist es unvorstellbar,

dass ein Theologieprofessor weiter an einer theologischen Fakultät lehrt, der sich durch seine Schriften und öffentlichen Äußerungen vom Christentum losgesagt hat und die wichtigsten Aussagen des Neuen Testamentes in Frage stellt. Es gehört zu den Aufgaben der theologischen Fakultät, zukünftige Pastoren und Religionslehrer nach den Grundsätzen der evangelischen Kirchen auszubilden. Wer das nicht mehr leisten kann, sollte seinen Lehrstuhl räumen.

Aber Herr Lüdemann ist in seiner Haltung nicht konsequent. Er nimmt seine Rechte als Beamter in Anspruch, denn die "Alimentierung" des Landes Niedersachsen ist für ihn und sein Gewissen ein sanftes Ruhekissen. Deshalb ist das Bemühen der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Herrn Professor Lüdemann von der theologischen Fakultät zu entfernen, richtig und sinnvoll.

Ihn bis zu seiner Pensionierung mit einem Sonderstatus (neues Lehrfach) an der theologischen Fakultät zu belassen, ist aus meiner Sicht keine gute Lösung, da sein "Einfluss" auf den Pastorennachwuchs bleibt!

Joachim Meyer, Hameln

Ich finde es gut, wenn über einzelne Themen gegensätzliche Auffassungen zu Wort kommen.

Das unterscheidet doch das Sonntagsblatt von vielen Presseerzeugnissen, dass es den Lesern die Möglichkeit gibt, andere Meinungen kennen zu lernen und sich selbst eine Meinung zu bilden. Nur weiter so!

Elisabeth Brackert, Hamburg

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Letzte Aktualisierung am 22. April 2020
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