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DS-Leserbriefe 1 1999: Pyrrhus-Sieg

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Die Lehrenden der theologischen Fakultät in Göttingen forderten kürzlich ihren umstrittenen Kollegen Gert Lüdemann auf, seinen Lehrstuhl zu verlassen. DS-Redakteur Reinhard Mawick kommentierte den Beschluss in Nr.48/98

Ihrem ausgezeichneten Kommentar kann man nur beipflichten.

Es muss doch etwas Wahres an den Geschichten über die Weltfremden im Elfenbeinturm sein. Wie kann man sonst in der derzeitigen Situation die öffentliche Diskussion über Sinn oder Unsinn staatlicher Kirchenförderung noch zusätzlich anheizen? Der Name Lüdemann garantiert größte Publizität. Innenminister Schily denkt über einen öffentlich-rechtlichen Status islamischer Glaubensgemeinschaften nach. Andere Glaubensgemeinschaften könnten folgen. Damit würden dann sicher auch entsprechende Fakultäten verfassungsrechtlich einklagbar, es sei denn, der Staat wandelte die konfessionsgebundenen Fakultäten in interreligiöse um - genau wie es Lüdemann anstrebt.

Die Vikarsorganisation vermeldet einen starken Einbruch bei der Zahl der Studierenden; selbst traditionelle theologische Fakultäten würden um ihre Existenz ringen. Andere Fakultäten haben bereits schmerzlich erfahren, was der Staat in solch einer Situation tut. Das Land Niedersachsen habe aber gerade eine Professur zur Abnahme der Prüfungen genehmigt, weil die Kirchenföderation Professor Lüdemann die Erlaubnis dazu entzogen hat? Man darf auf die Reaktion des Landesrechnungshofes gespannt sein. "Selber schuld!" könnte sie lauten.

Wie auch der Fall Lüdemann ausgeht, für die Konföderierten und ihre treuen Fakultätsmitglieder (und die eine Professorin) kann es bestenfalls ein Pyrrhus-Sieg werden.

Dr.-Ing. Udo Unrau, Schwülper

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Letzte Aktualisierung am 10. Mai 2017
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